Tipping Points

Skills und Methoden für Soziale Bewegungen || 9. – 13. Juni 2021 || online / offline / hybrid / dezentral

Tp #4 – Workshopprogramm

In Ausnahmefällen kann es zu kurzfristigen Änderungen oder Absagen kommen. Schaut bitte immer wieder auf diese Seite und in eure Mailbox (falls ihr schon angemeldet seid), um keine Updates zu verpassen!
Manche Workshops haben ein Teilnehmer*innen-Limit und könnten bei großem Andrang geschlossen werden. Bitte meldet euch möglichst frühzeitig an, um einen Fixplatz zu bekommen!
Falls ihr bemerkt, dass ihr doch nicht teilnehmen könnt oder eure Workshopauswahl ändern wollt, schreibt uns bitte ein Mail!

Frühstücks-Austausch: Samstag, 09:00 – 09:30
Workshop-Slot 1: Samstag, 09:30 – 12:30
Workshop-Slot 2: Samstag, 14:30 – 17:30 / 18:30
Podiumsdiskussion: ab 19:00

Frühstücks-Austausch: Sonntag, 09:30 – 10:00
Workshop-Slot 3: Sonntag, 10:00 – 13:00

Legende:
„Liegestuhl“ = Workshop mit inputlastigem Format; es wird nicht extra gemütlich, aber man kann sich zurücklehnen und Inhalte aufsaugen.
„Sandkasten“ = Workshop mit mehr Interaktion, Kleingruppen, praktische Übungen, aktive Beteiligung ist wichtig.
„Basic“ und „Advanced“ sind Orientierungshilfen dazu, wie große Sprünge wir im Workshop machen. Aber manchmal hat basic auch Voraussetzungen und advanced nicht immer – und meist wird das Level an die Anwesenden angepasst. Lest dazu unten mehr Details.

Alle Räume öffnen 15 Minuten vor Beginn; seid bitte zumindest 3 Minuten vor dem Start online, damit die Technik klappt!


Samstag Vormittag (09:30 – 12:30)


Strategy Basics – kreativ und intelligent zum Ziel
Hast du dich auch schonmal gefragt, warum deine Gruppe immer wieder dieselben Aktionen wiederholt? Hast du manchmal das Gefühl ihr steckt fest und bringt politisch nichts weiter? Bei diesem Workshop gebe ich einen Überblick darüber wie soziale Bewegungen in der Vergangenheit ihre Aktionen strategisch angelegt haben und diskutieren Prinzipien um wirksam(er) zu werden.

Lernziele:
* Mehr Wissen über Strategie,
* warum es wichtig ist, nicht immer das gleiche zu machen, sondern Aktionen taktisch klug anzulegen
* einen größeren Wirklichkeitsbezug

Partizipation: Liegestuhl
Level: Basic
Voraussetzungen:
idealerweise: aktiv in einer polit-Gruppe bei der man das gleich einbringen kann


Geschichten erzählen, die die Welt verändern
Worte sind wichtig. Welche Geschichten wir uns über die Welt erzählen und welche Worte wir dafür wählen, macht einen Unterschied. In diesem Workshop sehen wir uns an, welchen Einfluss große Erzählungen, häufig gebrauchte Metaphern und das Setzen sprachlicher Rahmen darauf haben, wie sich unsere Gesellschaft entwickelt und welche politischen Entscheidungen getroffen werden. Wir analysieren weit verbreitete dominante Geschichten, sehen uns Beispiele sozialer Bewegungen an, die unser Bild von der Welt verändert haben und und besprechen, wie wir selbst gute Geschichten erzählen können. Geschichten, die unsere Vorschläge und Ziele für viele Menschen verständlich werden lassen und erstrebenswert machen. Als Beispiele werden wir vor allem Themen aus der Wirtschaft und der Klimabewegung besprechen, das Besprochene und Gelernte kann aber auf alle möglichen sozialen Bewegungen und Kämpfe übertragen werden.

Lernziel:
* Theoretisches Wissen über Kommunikation und bestimmte Aspekte wie Narrative, Storytelling, politisches Framing.
* Werkzeuge, um die Kommunikation dominanter Akteur:innen besser zu verstehen und die eigene Kommunikation effektiver zu gestalten.

Partizipation: Liegestuhl
Level: Basic PLUS
Voraussetzungen:
* Interesse an den Hintergründen von Kommunikation
* guter Überblick über den politischen Diskurs in zumindest einem gesellschaftlichen Bereich
* Einbringen von Beispielen


Entscheidungsfindung im Konsens – Wie geht das eigentlich?
Wie können Gruppen zu einer Entscheidung finden, die alle mittragen können und bei der niemand übergangen oder überstimmt wird? Wie kann ein solcher Prozess aussehen und was gibt es zu beachten? In unserem Workshop stellen wir euch das Konsens-Prinzip vor. Denn dahinter steckt viel mehr als „nur“ eine Abstimmungsmethode. Gemeinsam diskutieren wir mit euch Voraussetzungen und verschiedene Methoden, um einen gelingenden Konsensprozess in euren Gruppen durchzuführen – offline sowie online. Und da bei Demos und Aktionen oftmals die Zeit für lange Diskussionen fehlt, probieren wir außerdem praktisch aus, wie schnelle Entscheidungsfindung in solchen Situationen konkret umgesetzt werden kann.  Und außerdem möchten wir einen Raum dafür bieten, zu überlegen, wo in euren eigenen Gruppen und Kontexten Möglichkeiten und Hindernisse für Entscheidungen im Konsens liegen.

Lernziele:
* kennenlernen konkreter Methoden
* Austausch und zur Vertiefung zum Thema
* Prozesse und Modelle der konsensualen Entscheidungsfindung

Partizipation: Sandkasten
Level: Basic – Advanced (wird angepasst)
Voraussetzungen:
für alle ‚Konsens-Verfahren‘-Interessieren, mit oder ohne Vor-Erfahrung


Social Media & Kampagnen für Aktivist*innen
In diesem Workshop sprechen wir über das 1×1 des Social-Media-Gebrauchs für Aktivist*innen und politische Kampagnen. Auch die Kritik an den kommerziellen Plattformen sowie Probleme mit Datenschutz und Moderation werden thematisiert. Gemeinsam bewerten wir „Best-Practice-Beispiele“, auch konkrete Fragen zu geplanten Kampagnen sind willkommen. Du brauchst keine Vorkenntnisse, nur Interesse und Neugier für die Thematik. Der Workshop ist eher für Anfänger*innen geeignet und findet in deutscher Sprache statt.

Lernziele:
* Basiswissen zum Thema Kampagnen auf Social Media erlangen
* Tools, um gleich zu starten!

Partizipation: Liegestuhl
Level: Basic
Voraussetzungen:
keine


Samstag Nachmittag (14:30 – 17:30 / 18:30)


8 Phasen einer Sozialen Bewegung: Der Movement-Action-Plan für Soziale Bewegungen (3h)
Auf den Aktivisten und Autor Bill Moyer geht der sogenannte Aktionsplan für Soziale Bewegungen oder auch Movement-Action-Plan (MAP) zurück. Moyer hat Zeit seines Lebens Soziale Bewegungen begleitet, darunter die Anti-AKW-Bewegung oder die Schwarze Bürgerrechtsbewegung. Seiner Analyse nach durchlaufen große Soziale Bewegungen typischer Weise 8 Phasen, so sie erfolgreich sind. Hat die Bewegung einen langen Atem, kann sie die Öffentlichkeit für sich gewinnen und von den eignen Alternativen überzeugen. Von Aktivist*innen kann der MAP dazu genutzt werden, um zu einer gemeisamen Einschätzung der aktuellen Lage zu kommen und strategisch vorzugehen. Denn je nach Phase empfiehlt sich unterschiedliches zu tun. Denn auch die Gegenseite schläft nicht und wird vieles dafür tun, um am Ist-Zustand möglicht wenig ändern zu müssen.

Lernziele:
* Kennenlernen ausgewählter Soziale Bewegungen
* Verständnis von strategischem Vorgehen und unterschiedlichen Rollen in erfolgreichen Bewegungen
* Das Kennengelernte auf den eigenen Kontext anwenden.

Partizipation: Sandkasten
Level: Basic
Voraussetzungen: keine


Konfliktlösestrategien für Gruppen (3h)
Wie können Gruppen mit internen Konflikten umgehen? (generell, präventiv)
Wann und wie entstehen überhaupt Konflikte und wann eskalieren sie? Oder wann entstehen aus inhaltlichen Dissensen oder Unsympathie Konflikte?
Wie kann eine Gruppe kollektiv bei/nach einem eskalierenden Konflikt reagieren? –
Wie kann man auch mit Gewalterfahrungen in der Gruppe umgehen?
Gewaltfreie Kommunikation

Lernziele:
* Werkzeuge um Konflikte rechtzeitig zu erkennen und zielführend zu lösen
* praktisch anwendbar es Wissen
* Das Potenzial in Konflikten erkennen

Partizipation: Sandkasten
Level: Basic PLUS
Voraussetzungen:
* Bereitschaft zur Selbstreflexion
* aktive Mitarbeit – eventuell konkrete Beispiele, die bearbeitet werden können


Basiskurs Holacracy Lite – Wie man mit vereinfachter Holacracy die Vorteile von Basisdemokratie, Hierarchie und Anarchie bekommt, ohne deren Nachteile zu erben (4h!)
Soziale Bewegungen, in denen Menschen mit Herzblut ihre freie Zeit verbringen, reiben sich oft aufgrund struktureller Probleme auf. Man hat den Anspruch, Top-Down-Hierarchie auf keinen Fall zu reproduzieren und möchte marginalisierten Stimmen gut Raum geben. Man hat viele Hoffnungen, dass es hier endlich „anders“ ist, und ist dann enttäuscht, wenn auch hier sich informelle Hierarchien bilden und verschiedene -ismen sich reproduzieren. Und man verbringt viel Zeit damit, Konsens zu finden, und verliert Menschen, die in ihrer knappen Zeit, etwas voran bringen wollen. Nicht alle dieser Probleme sind lösbar, aber einige schon. Es gibt Strukturen, die Klarheit und Effektivität bringen, ohne hierarchisch zu sein. Die Menschen einbeziehen ohne ewig Konensschleifen zu drehen. Wie die konkret aussehen können schauen wir uns an diesem Workshop an.

Lernziele:
* klarer benennen können, was an bisherigen Zusammenarbeitserfahrungen ungut war – und wieso.
* Ein Ansatz für strukturiertes Zusammenarbeiten auf Augenhöhe, kennenlernen, inkl. Freiraum und Vertrauen.
* wie bei Konflikten handlungsfähig bleiben
* Konkretes ausprobieren

Partizipation: Sandkasten
Level: Advanced (weiterführend)
Voraussetzungen:
* Bereitschaft, eigene Überzeugungen zur Zusammenarbeit zu hinterfragen und auf ihre ungewollten Konsequenzen hin zu durchleuchten
* sonst keine!
(WS ist advanced, weil komplex)


Aktionsformen: Was geht denn da? (3h)
Hast du schon oft Aktionen gesehen, aber noch nie eine organisiert? Oder wollt ihr gemeinsam aktiv werden, habt aber keine Ahnung wo ihr Anfangen sollt, und was eigentlich alles geht? Dann schau(t) vielleicht vorbei Wir wollen uns damit beschäftigen was eine „Aktion“ eigentlich ausmacht, die Vielfältigkeit der verschiedenen Aktionstypen und -formen sammeln (vom unsichtbaren Theater bis zum schwarzen Block) und auch den Raum bieten um sich selber an einem kreativen Aktionsprozess zu versuchen. Zusätzlich wollen wir gemeinsam verschiedene Konzepte und Tools unter die Lupe nehmen die uns bei der Planung und Umsetzung von Aktionen helfen können. Disclaimer: Obwohl unsere eigene Erfahrung vor allem im Klimaaktionismus liegt, wollen wir im Workshop auch aus den Erfahrungen anderer Bewegungen lernen.

Lernziele:
* Begriffsverständnis: was ist eine Aktion? * Wissen über Vielfalt der Aktionsformen * Empowerment und erste Schritte: Aktionsplanung in Kleingruppen
* Kompass: Wo kann ich mehr erfahren

Partizipation: Sandkasten
Level: Basic
Voraussetzungen:
Der Workshop profitiert von allen Teilnehmenden, die ihr Wissen und ihre Gedanken zu Aktionen erweitern, teilen, oder verändern wollen!


Sonntag Vormittag (10:00 – 13:00)


Systemische Kampagnenplanung – dynamisch und kreativ ans
Ziel

Wie können wir Kampagnen so planen, dass sie verschiedene Zielgruppen ansprechen, unterwegs gemeinsam weiter-entwickelt werden und bei den Ursachen der Probleme ansetzen, statt nur Symtome zu bekämpfen? Überlegungen und Methoden für modernes Kampagnendesign speisen sich aus Ansätzen wie Systems Thinking oder Human Centered Design und Integrieren das Feedback verschiedener Stakeholder möglichst früh im Planungsprozess. Wie das gehen kann, schauen wir uns in diesem Crash Course an – eigene Beispiele oder Themen können gerne mitgebracht werden!

Lernziele:
* Verständnis von Design Thinking- und Systems Thinking Ansatz
* praktische Methoden zur Kampagnenplanung
* Ausprobieren

Partizipation: Sandkasten
Level: Advanced
Voraussetzungen:
Lust auf kreatives Denken und Ausprobieren verschiedenster Methoden


Werde ich digital überwacht?
Was passiert eigentlich hinter meinem Bildschirm? Was ist meine ‚digital identity‘? Wer kennt meine Passwörter? PGP E2E P2P TOR WTF?

Lernziele:
* Klarheit über die eigene Situation im digitalen Raum
* Einschätzungsvermögen der Bedrohungen im digitalen Raum.
* Handlungsspielraum und erste Schritte zu ’selbstbewusster‘ Nutzung von digitaler Infrastruktur.

Partizipation: Sandkasten
Level: Basic – Advanced (angepasst)
Voraussetzungen:
* Motivation für eigenständiges Arbeiten auch außerhalb des und nach dem Workshop. Sonst keine!


Finanzen hä? Finanzen wäh? Finanzen yeah! (Kein?)
Geld, Kapitalismus, Präkariat. Umgang mit Geld in sozialen Bewegungen und Projekte. Nach einer kurzen philisophischen Auseinandersetzung mit dem schwierigen Thema Geld, wenden wir uns der Gesaltung von Geld für unsere Zwecke zu. Finanzanträge schreiben, Projekte abrechnen, Berichte schreiben … alles unbeliebte aber wichtige Aufgaben, die das Bestehen unserer Bewegung sichern

Lernziele:
* Selbstbewusstsein für Finanzarbeit
* Überblickswissen über Finanzbeschaffung, Verwaltung und Abrechnung
* erste Ideen wo man Anträge schreiben kann, praktische Tipps

Partizipation: Sandkasten
Level: Basic
Voraussetzungen:
* Interesse an Finanzarbeit
* Mut, was Neues auszuprobieren


Moderation von Gruppen
In vielen selbstorganisierten Strukturen wird versucht, die Vision einer herrschaftsfreien, solidarischen Gesellschaft schon im Hier und Jetzt durch ein gutes Miteinander zu leben. Ob und wie ein Treffen moderiert wird, kann dabei einen großen Unterschied machen:

  • wie die Atmosphäre während des Treffens ist,
  • wie viele der Anwesenden sich aktiv beteiligen,
  • wie lange das Treffen dauert,
  • inwieweit Entscheidungen getroffen und umgesetzt werden können.

In diesem Workshop geben wir eine kleine, erste Einführung in die Moderation von Gruppen in sozialen Bewegungen und selbstverwalteten Projekten. Die Inhalte des Workshops sind sowohl bei der Moderation von Präsens-Treffen, als auch bei Online-Treffen hilfreich und relevant.

Lernziele:
* eine erste Idee was Moderation ist
* Aufgaben der Moderation kennen
* ein paar Methoden kennen lernen
* empowert sein, sich trauen Moderation selbst auszuprobieren

Partizipation: Sandkasten
Level: Basic
Voraussetzungen:
* generelle Erfahrungen in Gruppen(treffen) in sozialen Bewegungen und selbstverwalteten Projekten erwünscht
* Es ist keine Voraussetzung zur Teilnahme selbst schon einmal moderiert zu haben!


Spannendes Programm aber du hast wenig Zeit?
Wir wollen Tipping Points auch in Zukunft weiterführen und müssen laufende Kosten decken. Überlege dir bitte, ob du uns mit einer Spende unterstützen kannst! So sind auch solidarische Teilnahmen möglich. Wie viel wohin? – hier!

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