Tipping Times sagt Danke! Schön wars! Und TP#3 Save the date: 13.-15.11.2020

Nun ist sie zu Ende, unsere Workshopreihe, die wir so schnell aus dem Ärmel gezaubert haben – nach dem plötzlichen Lockdown und der notgedrungenen Absage vom Tipping-Points. 
Wir wollten euch einen Raum bieten, der euch aus eurem Wohnzimmer in eine andere Welt beamt, mit frischen Gesichtern und anderen Inhalten als den Zahlen der Neuinfizierten und eurem Uni-Kram. Wir wollten euch die Möglichkeit geben, immer noch mit dabei zu sein und euch mit interessanten Themen aus diversen sozialen Bewegungen auseinanderzusetzen, auch wenn ihr eure Wohnung nur zum Einkaufen verlässt.

Durch den ganzen Lockdown hat Tipping-Times uns begleitet, jede Woche gab es was zu organisieren, neue Gesichter am Bildschirm, Themen, mit denen ich sonst wahrscheinlich nie meinen Mittwoch-Abend gefüllt hätte. Und ich hab die Routine zu genießen begonnen, diesen Fixpunkt in meiner so unstrukturierten Zeit.  Also hey – Danke euch! Danke für eure Inputs, euer Interesse, eurer Engagement, eure Motivation! Danke euch Teilnehmer*innen, an all die Workshopleiter*innen. Und (!) hehe, danke an das restliche Tipping-Points-Team: Viki, Koarl, Denisa, Martin, Laura, Heli! Ich habs genossen mit euch! 

UND: Tipping-Times/Times-Points/Tipping-was-auch-immer geht weiter! Unser Team verbrachte ein paar wunderschöne Tage in Salzburg – um zu reflektieren und nach vorne zu schauen. Outcome: Ja, wir werden uns im Herbst in die Planung des nächsten Workshopwochenendes, eines „Tipping Points“ stürzen. Dieses wird Mitte November in Salzburg stattfinden und zwar

13.-15. November 2020 – SAVE THE DATE!

Wer sich vorstellen kann, mitzuorganisieren bei einem so ertragreichen Wochenende voller Austausch und Wissensvermittlung – der ist herzlichst eingeladen, über tipping-points@riseup.net mit uns in Kontakt zu treten! 

Wir freuen uns – auf all das, was kommen wird! 
Lydia

„Das System krankt schon länger“ und „Man ist nie zu alt um was zu ändern“: Ein Podiumsgespräch zur Arbeitssituation 4 starker Frauen

Letzten Donnerstag, am Abend vor dem Tag der Arbeit, fand das Online-Podiumsgespräch „Corona-Frontlines: Wo wir jetzt hin schauen müssen!“ statt.

Das Gespräch wurde von Unter Palmen in einen Podcast verwandelt und kann beim Schirmchen & Streusel Podcast nachgehört werden. 🎧

➡️ https://unterpalmen.net/aufgebacken-corona-frontlines/
➡️ https://open.spotify.com/episode/6aM14oEHdAPS5i7B5yHnti

Zu Gast waren:

  • Elisabeth Cinatl, Psychotherapeutin und Geschäftsführerin des Vereins Wendepunkt, Frauenhaus und Frauenberatungsstelle in Wiener Neustadt
  • Ernestine Holzinger, Diplomierte mobile Gesundheits- und Krankenpflegerin, Leiterin im 24h Dienst, in Obersösterreich
  • Elisabeth Hammer, Geschäftsführerin von neunerhaus, Wohnugslosenhilfe in Wien
  • und Claudia Rösler, Regalbetreuerin bei Merkur in Wien

In einem spannenden und interessanten zwei-stündigen Gespräch erzählten die vier von ihren Lebens- und Arbeitsrealitäten in der Corona-Zeit. Von Krisenstäben, Unsicherheiten, neuen Möglichkeiten und Zukunftsgedanken.

Nach einigen Erzählungen aus den letzen Wochen, stellten wir ihnen die Frage, die sich viele Linke und Aktive seit Wochen stellen: Was wünscht ihr euch von progressiven sozialen Bewegungen, in den nächsten Wochen und auch längerfristig? Was sind Kämpfe, die geführt werden müssen? Was Themen, auf die wir achten sollten?

* Gefahr der autoritären Wende und Einschränkung der Grundrechte
Krisenmanagement des Staates, wie vieler Organisationen hat mehr oder weniger autoritäre Züge angenommen und Demokratie und Partizipation eingeschränkt. Daher braucht es jetzt eine übergroße Aufmerksamkeit auf die Einschränkung und Wiedereinsetzung von Grundrechten. Wir müssen für die Zukunft alternative Formen ausprobieren und nicht vor lauter Schock Rückschritte in Bürger*innenrechten und Freiheiten hinnehmen. Wir drüfen nicht gegenseitig zur Polizei werden, sondern solidarisch miteinander sein.

* Fokus auf den Sozialstaat 
Die Corona-Krise hat uns so deutlich wie schon lange nichts aufgezeigt, wie wichtig staatliche Dienstleistungen sind. Egal, ob sie uns in der Krise relativ gut unterstützt haben, oder wir sie jetzt vermissen, da sie geschlossen wurden: gratis staatliche Leistungen in den Bereichen Gesundheit (physisch und psychisch), Solidarität und Unterstützung für Minderheiten und Randgruppen, Frauen und Kinder, Kultur, etc. sind extrem wichtig, um eine gerechte Gesellschaft aufrecht zu erhalten. Diese Bereiche sind immer wichtig, und müssen in Krisenzeiten besonders beachtet werden.

Die Rettungspakete und Finanzspritzen, die jetzt von der Regierung gezurrt werden, dürfen den Sozialstaat nicht untergraben. Corona-Finanzierungs-Maßnahmen müssen sozial gerecht gestaltet werden und auf Umverteilung setzen. Vor allem Reiche und Unternehmen müssen zur Kasse gebeten werden.

* Fokus auf Regionalisierung
Ebenfalls verdeutlicht wurde die Abhängigkeit von globalen Wirtschaftskreisläufen, in denen wir verwoben sind. Die Abhängigkeit von zB. Atemschutzmasken oder Desinfektionsmitteln aus anderen Teilen der Welt brachte damit ein Thema ans Licht, dass in der globalisierungskritischen Bewegung schon seit den 80er Jahren bearbeitet wird: Ausbeuterische Verhältnisse in Ländern des globalen Südens produzieren billige Güter für den europäischen Markt, billige Arbeitskräfte aus Osteuropa werden für unliebsame Tätigkeiten eingeflogen, etc.

Eine Regionalisierung von Produktion und Handel wäre nicht nur gut, um die Welt gegenüber globalen Krisen resilienter zu machen, und regional Arbeitsplätze zu schaffen sondern auch eine Wohltat für die Umwelt und die Klimakrise. 

* Wertschätzung von (Reproduktions)arbeit
So sehr Pflege und Lebensmittelhandel zu Beginn der Coronazeit mehr Beachtung und Wertschätzung erfuhren als sonst, so kurzlebig und oberflächlich scheint die Aufmerksamkeit gewesen zu sein. Viele Menschen und Systeme in Bereichen der privaten und gesellschaftlichen Reproduktionsarbeit waren von vor der Corona-Krise stark überlastet und müssen entlastet und wertgeschätzt werden. Faire Bezahlung, gute Arbeitsbedingungen und Anerkennung für lebensnotwendige Tätigkeiten.

* Die heiße Kartoffel: Schutz > Freiheit ?
Das Gespräch streift einige Male ein Thema, über das es schwer ist öffentlich zu reden und doch so wichtig, wenn wir uns darauf einstellen müssen, ähnliche Krisen in Zukunft wieder zu erleben. Es geht um die Frage, ob und wann der Schutz und die physische Gesundheit einiger über Freiheiten, psychische Gesundheit und Freiheit gestellt werden darf und muss. Müssen Bewohner*innen eines Altenheims so sehr vor Viren geschützt werden, dass die Bewohner*innen wochenlang gar keinen Besuch bekommen dürfen? Was rechtfertigt es, Kindern zu verbieten, mit anderen Kindern zu spielen? Wer muss welche Freiheiten zum Schutz von wem aufgeben?
Das sind Fragen, an die wir uns trotz vieler Taboo-Themen, als Linke stellen werden müssen.

* Blick aufs große Ganze
Schließlich kam auch der Wunsch an soziale Bewegungen auf, den Blick auf das Große Ganze zu richten. Soziale Einrichtungen, NGOs etc. arbeiten oft fokussiert an einem Thema oder einer Themengruppe. Dabei ist es wichtig, dass andere Verbindungen knüpfen und Kämpfe verbinden.

Die abschließende Frage nach dem einen Wort, welches die Corona-Zeit für sie zusammenfasse, beantworteten die Gäste mit: Zusammenhalt, Entschleunigung, Gleichzeitigkeit und Ausprobieren. Unseres war interessant.

Anzeige wegen Störung – Update

Wie im letzen Blogbeitrag berichtet, hatten sich in einen unserer Workshops zum Thema „Gender mich nicht voll!“ eine oder mehrere Personen eingeschalten, die uns mit pädosexuellen Videos gestört und verstört haben. Hier ein kleines Update was dazu bei uns passiert ist. Ganz unten findet ihr mehr Infos zum Thema, die wir seither herausgefunden haben!

Seitdem haben wir viel rumtelefoniert und Meinungen eingeholt, wie wir am besten Anzeige erstatten und uns alle schützen können. Dabei waren Selbstlaut (Fachstelle für sexualisierte Gewalt an Kindernund Jugendlichen, Rote Hilfe Salzburg, Rote Hilfe Wien, Rechtsanwalt … Ein wichtiges Stück Info war, dass dank DSGVO die Daten zwischen Polizei-Abteilungen nicht weitergegeben werden dürfen und die Abteilung für Kinderpornografie sich herzlich wenig für uns Teilnehmer*innen interessieren werden.
Wir haben letzlich am Landeskriminalamt in der Abteilung für Kinderpornografie Anzeige erstattet. Das Wichtigste zu unserem Fall:

  • Das Video war dem Beamten bekannt. Sowohl Opfer als auch Täter sindbekannt, das Video ca. 4 Jahre alt und der Täter in Haft!!
  • Eine Person von uns wurde als Zeugin vernommen und mehr werden sie vermutlichnicht brauchen.
  • Die IP Adressen oder Namen der anderen Teilnehmer*innen haben sieherzlich wenig interessiert.

Sie ermitteln jetzt gegen unbekannt wegen Verbreitung von Kinderpornografie. Hoffentlich wird was rauskommen bei deren Recherche!
Wir organisieren physische, wie auch virtuelle Aufarbeitungstreffen für alle, die dabei waren. Schick hierfür bitte eine E-Mail an tipping-points|at|riseup.net, falls du Interesse hast. Im letzten Blogeintrag sind darüber hinaus auch ein paar Krisenhotlines – Nehmt diese Angebote wirklich gerne an, niemand soll mit so etwas alleine gelassen werden! Der Workshop selbst wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Info folgt! 🙂

Kinderpornografie

  • Die Stelle der Polizei hat immer viel zu tun.
  • In Österreich gibt es verhältnismäßig viele Konsumenten.
  • Aber wenig Täter.
  • Täter sind ganz selten die eigenen Väter, aber oft Bekannte (Onkel,Trainer, Lehrer, Nachhilfelehrer…). Täter gibt is aller Berufsgruppen und Bildungsgrade.
  • Kindesmissbrauch ist sehr sehr schwer ahnbar, eigentlich die einzige Chance ist durch Verbreitung im Internet.
  • Überall im Internet hinterlässt man Spuren, scheinbar auch im „DarkWeb“.
  • Es gibt eine europäisch zentrale Datenbank an allen bekannten kinderpornografischen Videos. Wenn man länger in der Branche arbeitet kennt man die alle und erkennt sofort, wenn was Neues auftaucht.
  • Da das Video vermutlich nicht von unserem Störenfried selbst kommt, handelt es sich vermutlich nicht um einen primär pädosexuellen Angriff, sondern um jemanden, der uns schrecken und stören wollte und sich davon einen Kick holt. Solche Menschen haben meist aber auch pädosexuellen Tendenzen.
  • Das Besitzen, Zugänglichmachen und Verteilen von Kinderpornografischem Material ist strafrechtlich verfolgbar.
  • Bei Fällen von Kinderpornografie kommt es selten zu Gerichtsverhandlungen, weil die Datenträger unmissverständlicheBeweismaterialien liefern. Eine Aussage des Täters kann höchstens dieUmstände erklären und strafmildernd wirken.
  • Leider kommt es auch in linken Kreisen immer wieder zu Vorfällen mit Kinderpornografie. Die Fachstelle Selbstlaut bietet Seminare und Unterstützung (https://selbstlaut.org/).

************ Wording ************

Eine Teilnehmerin hat uns einen Hinweis zum Gebrauch des Wortes „pädophil“ gegeben:

Der Begriff „Philie“ steht eigentlich für Freundschaft/Liebe (siehe auch den Briefmarkenliebhaber: Philatelisten usw usf.). Der Begriff Pädophilie ist sehr verniedlichend. Aa es bei Kinderpornografie nicht um „Liebe“ geht (https://de.wikipedia.org/wiki/P%C3%A4dophilie) Spätestens seit den 1990er Jahren wird synonym zum Begriff Pädophilie auch der Begriff Pädosexualität benutzt, da unstrittig ist, dass pädophil orientierte Menschen stets auch ein sexuelles Interesse an Kindern haben.

*************Online-Sicherheit*************

  • Die Polizei geht dem Vorfall nur nach, weil der Inhalt der störungstrafrechtlich relevant ist.
  • Das heißt: hätte die Person(en) mit irgendwas anderem gestört durch, z.B  permanent dreingeredet, allgemein beschimpft, lustig-nervige oder sexistische (im gesellschaftlich akzeptierten Maß)oder auch pornografische Videos hergezeigt etc., wäre das der Polizeirecht wurscht.
  • Der verstörend bis traumatisierende Effekt war in dem Fall integraler Teil bzw. Ziel des Angriffs, aber es hätte auch in gleicher Form mit strafrechtlich nicht relevanten Inhalten passieren können undzwar auch dann so krass, dass es uns zum Abbruch zwingen hätte können.
  • Also: Wir müssen uns gegen Störattacken dieser Art (technischgesehen) präventiv schützen und/denn es wird immer Menschen geben, dieAktivitäten/Gruppen wie unsere nicht mögen werden, grad wenn wirirgendwie damit wirksam werden.

Entschuldigung, Austausch und Ersatz!

Wir sind zutiefst bestürzt und wütend über den Troll, der heute unser Webinar „Gender mich nicht voll! Argumentationstraining gegen Antifeminismus“ mit verstörenden und illegalen Videos gestört hat!

Wir möchten uns aufrichtig bei allen entschuldigen, die dadurch belastet wurden!

Bitte schreibt uns ein Mail (tipping-points|at|riseup.net) falls jemand Austausch und Unterstützung beim Verdauen möchte. Außerdem gibt es einige Krisenhotelines, die ihr jederzeit anrufen könnt:

  • Rataufdraht 147
  • Telefonseelsorge Ö 142
  • Kummernummer – Rotes Kreuz & Ö3 116 123
  • https://www.frauenberatenfrauen.at
  • Kriseninterventionsteam Steiermark: 0800 500 154 (täglich von 9 – 21 Uhr)

Nehmt diese Angebote wirklich gerne an, niemand soll mit so etwas alleine gelassen werden!!

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Wir werden, gemeinsam mit den Referent*innen einen Austausch-Raum organisieren und den Workshop nachholen. Bitte schreibt uns ein eMail (tipping-points|at|riseup.net), wenn ihr daran teilnehmen wollt.

Wir werden uns bemühen, daraus zu lernen und soetwas in Zukunft zu verhindern!

Start der wöchentlichen Workshops, juhuu! Der Tipping Times Timetable steht!

Das war er, der allererste Workshop der Tipping-Times-Reihe. Und wir sind ziemlich zufrieden!
Das ging schnell! Da ist der Trubel rund um Tipping-Points zu Ende, da hat man grad ein lang geplantes Workshop-Wochenende ganz plötzlich auf online verschoben, und schon redet die Feedback-Runde vom Weitermachen, und ja, warum nicht? Wir haben ein Team, wir haben Ressourcen, wir haben (eure) Nachfrage, und wir haben alle, zumindest mehr als sonst: Zeit. Zeit zum Weiterbilden, Zeit zum Lernen!
Also: Zwei Wochen hinter uns und wir sitzen schon mittendrin im ersten Online-Workshop der wöchentlichen Reihe, während sich das zukünftige Programm gerade um unsere Ohren zusammensetzt. „Moderation von Arbeits-/Gruppentreffen“, dazu tauschen wir uns heute mit Lie und Mira aus. Das kommt mir grad gelegen, diese Team-Treffen per Zoom sind ja dann doch eine neue Herausforderung. Ich fühle mich überraschend wohl in dem Workshop, dafür, dass er online stattfindet. Besonders in der breakout-session, in der wir uns zu dritt über unsere Erfahrungen mit dominanten Redner*innen austauschen, genieße ich den doch persönlichen Kontakt mit davor Fremden, diese Frische, die ich in der Isolation sonst vermisse.
Cool! Viel gelernt! Da freu ich mich schon auf das ganze weitere Programm, das seit gestern auch schon konkrete Daten hat: Profeministisches Argumentationstraining, Psychohygiene nach Repression, Sketchnoting – Graphic-Facilitation, Online-Sicherheit,… Schaut selbst! Wir sind zumindest bis Ende Juni gut eingedeckt: mit Rahmenprogramm, Workshops, neuem Wissen, neuen Gesichtern, neuen Erlebnissen.
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Tipping Points wird Tipping Times!

Tipping Points ist zurück! Tipping Points? …Nein, Tipping Times! Die online Edition! Die positiven Rückmeldungen zur Online Edition von Tipping Points 2 haben gezeigt, dass Austausch und Skillshare gerade nicht wichtiger sein könnten und uns veranlasst wöchentliche Online Workshops und Austauschmöglichkeiten anzubieten! Ab sofort gibt es einmal pro Woche virtuelles Programm bei Tipping Times- Skills und Methoden für soziale Bewegungen. Mehr Info dazu im Facebook Event: Tipping Times- Skills und Methoden für soziale Bewegungen (online)!

Ihr wollt etwas bewegen in der Welt, trotz Corona? Ihr wollt weiterhin Neues lernen, Eindrücke sammeln, euren Horizont erweitern? Ihr wollt die Ruhe nutzen, um allgemeingültige Skills zu lernen? Oder euch mit Gleichgesinnten vernetzen?

Tipping Times ist nun online! Und das regelmäßig! Wir lernen hier über Zoom die verschiedensten Skills und Methoden, die einem in sozialen Bewegungen helfen. Auch in dieser Krise. Genau in dieser Krise.
Wie moderiert man Online-Meetings? Wie nutzt man diese Phase, um neue Kraft zu tanken, wie stärkt und entspannt man sich trotz aller Probleme und Aufgaben um einen herum? Was kann man alles aus WordPress herausholen?
Was ist gerade jetzt möglich?
Neben dem Erlernen dieser Skills wollen wir einen Raum schaffen für Austausch: Um uns zu inspirieren, auszustauschen, zu stärken. Um uns das zu holen, was uns sonst gerade abgeht.

Was, wie, wo?
Ab Samstag, 11. April erwarten euch einmal wöchentlich (Wochentag alternierend) Online- Workshops und Austauschräume auf Zoom!

Der 1. Online-Workshop ist schon geplant:

Moderation von Gruppen und Meetings. 11.04.2020. 17:00-19:00, Zoom-Link

Dreht ihr euch bei Gruppentreffen oft im Kreis? Wisst ihr nicht mehr welche Entscheidungen getroffen wurden und wer wofür Verantwortung übernommen hat? Reden immer wieder dieselben, während andere nie zu Wort kommen? Mit diesen und weiteren Fragen wollen wir uns beschäftigen und rausfinden, welche Methoden sich für welche Zusammenhänge eignen.

Wenn du Themenwünsche für Skill-Workshops hast, kannst du gerne unsere Tipping Times Umfrage dafür nutzen, uns deine Ideen, Wünsche und Präferenzen zukommen zu lassen: Umfrage hier!

Bleib dran, bleib informiert, sei auch ein Teil dieser Bewegung bis unser nächstes phsysisches Tipping Points 3 stattfinden kann! #wearethetippingpoints #tippingtimesahead #by2020weriseup #stillpolitical #stillrebel

Zufriedener Rückblick auf unser virtuelles Tipping Points #2

So wie viele andere Veranstaltungen auch, wurde Tipping Points #2 abgesagt, um die COVID-19-Pandemie einzudämmen – und das nur wenige Tage, bevor es stattfinden sollte. Das Programm war fixiert, Essen geplant, Schlafplätze organisiert, Rahmenprogramm geplant… Für uns war demnach recht bald klar, dass wir die physische Ausgabe von TP #2 nicht ersatzlos streichen wollen. Also haben wir uns mit Zoom vertraut gemacht, Referent*innen kontaktiert, ein neues Programm zusammengestellt; und dann fand Tipping Points tatsächlich an dem ursprünglich avisierten Wochenende als virtuelle Ausgabe statt.

Unser Fazit: wir hatten mehr Spaß, als wir es uns von unserem ersten Quarantänewochenende erhofft hatten und sind sehr zufrieden mit der online Version unseres Skillshare Wochenendes! Unerwartet viele Teilnehmer*innen haben sich teilweise von ganz weit weg zugeschaltet, eifrig mitdiskutiert und viele positive Rückmeldungen hinterlassen – so viele, dass wir uns dazu veranlasst sehen, das Projekt fortzuführen und eine wöchentliche online-Workshopreihe anzubieten, um weiterhin progressive soziale Bewegungen zu unterstützen – unter dem Namen „Tipping Times“. In den nächsten Tagen kommt mehr dazu – falls ihr über Tipping Times informiert bleiben wollt schreibt uns einfach ein Mail an tipping-points/at/riseup.net – hier wollen wir erstmal einen kurzen Rückblick auf das Wochenende geben:

Tipping Points #2 wurde mit einer Podiumsdiskussion am Freitagabend eröffnet. Thema war diesmal die Frage „Systemwandel – Was ist das eigentlich“. Das Podium war vertreten durch Ende Gelände, den Salzburger Fachbereich für Wirtschaftsgeografie, Afrique Europe Interact, eine Biobäuerin von Via Campesina und die Watchgroup Coview 19. Unter reger Beteiligung des Publikums, bestehend aus mehr als 100 Teilnehmer*innen, wurde dann u.a. im Detail verhandelt, was wir unter „System“ verstehen können, inwiefern das gegenwärtige System verhindert, dass Probleme gelöst werden und welche problematischen Aspekte des gegenwärtigen Systems durch die Pandemie zum Vorschein gebracht werden. Die Audio-Aufzeichnung findet ihr hier zum Nachhören!

Der nächste Konferenztag, Samstag, begann mit zwei parallel geschalteten Webinaren: ein fantastisch an die Videokonferenz-Situation angepasster Workshop zu aktivistischem Theater für Klimagerechtigkeit und ein für soziale Bewegungen teilweise überlebenswichtiger Workshop zu Finanzen. Im ersten war das Eis gleich gebrochen, nachdem sich die Teilnehmer*innen der Aufforderung annahmen, Grimassen in die Kamera zu schneiden; und im zweiten ließ die rege Aktivität der Teilnehmer*innen keinen Zweifel daran, wie wichtig die dargebotenen Informationen für ihr aktivistisches Fortkommen ist.

Im Anschluss an diesen Block, zeigten wir uns solidarisch mit den geflüchteten Menschen an der griechischen Grenze, die der mörderischen Brutalität europäischer Grenzabriegelung schutzlos ausgeliefert sind, und schlossen uns der Online-Demo von „Plattform für eine menschliche Asylpolitik“ an (https://www.facebook.com/events/551798525543310/). Dann der nächste Block mit zwei parallelen Workshops. Einer zu Kampagnenführung – in dem die Wichtigkeit wohlstrukturierter Planung und Vorgehensweise klar wurde, denn ohne sie droht widerständige Energie zu verpuffen – und einer zur Durchführung von Online-Meetings – Skills, die in einer Zeit physisch eingeschränkter politischer Handlungsfähigkeit unerlässlich sind. Eine Möglichkeit, dieses Thema, die Situation mit COVID-19, zu bereden, bot sich im darauffolgenden Online-Austauschraum an. Die Botschaft der Teilnehmer*innen war eindeutig: es gibt ein großes Bedürfnis in diesen Zeiten für politische Zwecke vernetzt zu bleiben! Also wurde am Ende die Initiative ergriffen und flugs ein follow-up Treffen vereinbart. Einen gemütlichen und inspirierenden Ausklang fand der inhaltsreiche Tag dann noch mit dem gemeinsamen Streamen von „The Reluctant Radical“, inklusive kurzem Gespräch mit der Filmemacherin am Ende.

Das Wochenende wurde letztendlich am Sonntag durch einen virtuellen Austauschraum zu der Frage nach der Zukunft von Tipping Points abgerundet. Das Ergebnis war der Entschluss, weiterzumachen. Wir werden die Zeit bis zum Ende der Pandemie-Maßnahmen nutzen, um Skills zu teilen – Skills für politische Arbeit im Rahmen der Pandemie-Maßnahmen und Skills für politische Arbeit in vermutlich sehr bewegten Zeiten danach. Nächste Woche geht es schon los, mit dem ersten „Tipping Times“ Workshop zu: Wie moderiere ich Online Meetings? (Ein Thema, das gerade nicht wichtiger sein könnte).

Glücklich und dankbar sind wir auch über die großartige Unterstützung, durch Fördergeber*innen und vor allem auch durch die Workshop-Referent*innen, die ihr Wissen und ihre Erfahrung weitergegeben haben und somit das lehrreiche Skillshare Wochenende ermöglichten. Danke! ❤ Und am Ende auch wichtig: Wenn ihr Tipping Points gut findet, helft mit, es fortzusetzen! Gemeinsam werden wir zum Kipppunkt!
#systemchangenotclimatechange #by2020weriseup

Unterstützt bitte Tipping Points und Tipping Times mit einem Betrag eurer Wahl: https://systemchange-not-climatechange.at/spenden, Kennwort: Spende Tipping Points.

Tipping Times… ???

Jetzt waren sogar Leute bei Tipping Points, obwohl es gar nicht stattgefunden hat, wie geplant, davor abgesagt wurde und dann doch als virtuelle Veranstaltung organisiert wurde. Ihr wart viel mehr, als wir erwartet haben und uns hat es mehr Spaß gemacht, als wir von unserem ersten Quarantänewochenende erhofft hatten. 🙂 Wie geht’s weiter? Tipping Points wollte immer progressive soziale Bewegungen unterstützen und das braucht es angesichts von Corona und drastischen staatlich verordneten Maßnahmen erst recht – vielleicht sogar länger! Darum tüfteln wir schon, was in der aktuellen Situation am meisten Sinn macht. Viele Workshops warten noch, viele von uns bleiben mit einem Austauschbedürfnis oder ratlos in der sozialen Isolation zurück.

Was meint ihr?
Sollte Tipping Times (Arbeitstitel) ein Skill Share/Online-Workshop pro Woche organisieren? Oder 2 pro Monat? Oder Austauschräume? Welche Themen wünscht ihr euch? Sollten wir bis September warten und dann Tipping Points #3 organisieren? Braucht es ganz was anderes? Bitte helft uns mit euren Wünschen oder Ideen: https://tippingpoints.typeform.com/to/NbAWYz.

Eine Bitte noch: ihr könnt euch vorstellen, dass das Ganze auch ohne physische Treffen Geld kostet (Lizenzen, Hostinggebühren, ev. Honorare für Workshop-Referent*innen und andere Fixkosten, die wir als System Change leider tragen müssen). Wenn ihr Tipping Points gut fandet und ein Tipping Times in den nächsten Wochen mit ermöglichen wollt, spendet bitte einen Betrag je nach euren Möglichkeiten an diese Bankverbindung: https://systemchange-not-climatechange.at/de/spenden mit dem Betreff „Tipping Points“.

Alternativprogramm: Tipping Points 2 findet VIRTUELL statt!

Wir wollen uns von der Corona- Krise und den abgesagten Events, Demos, physischen Aktivististreffen etc. nicht aufhalten lassen, trotzdem politisch aktiv zu bleiben.. und haben uns ein Alternativprogramm für Tipping Points 2 überlegt!

Wir freuen uns, euch mitteilen zu dürfen, dass die Veranstaltung kommendes Wochenende (20.-22. März) in einer abgespeckten Ausführung VIRTUELL stattfinden wird. Also können jetzt auch Menschen, die sich nicht angemeldet haben, für die der Weg nach Salzburg zu weit war, die eigentlich bei einer anderen, jetzt abgesagten Veranstaltung wären etc. online am Skill-Share Wochenende teilnehmen!

Neben der Podiumsdiskussion am Freitagabend (Online Podiumsgespräch: Systemwandel – Was ist das eigentlich? https://www.facebook.com/events/1049412632105225/) und einem Filmscreening am Samstagabend (Online Filmvorführung und Diskussion- The Reluctant Radical https://www.facebook.com/events/525861848120988/), wollen wir am Samstag 2-4 (kürzere) Workshops über das Videokonferenz-Tool „Zoom“ anbieten. Welche Webinars wann und in welcher Form stattfinden werden, wird sobald wie möglich kommuniziert- wir basteln gerade am Programm. Neben den Webinars wird es auch Vernetzungsräume geben, um sich über seine soziale Bewegung, aber auch zum solidarischen Umgang mit Corona austauschen zu können. Wir sehen uns auf Zoom 🙂

Sad news: Tipping Points #2 wird doch abgesagt!

Nachdem wir die Lage in den letzten Tagen immer wieder neu eingeschätzt haben und zuerst an der Durchführung von Tipping Points #2 festgehalten haben, da wir maximal 80 Anwesende erwartet haben, haben wir uns jetzt schweren Herzens entschlossen unsere Veranstaltung doch abzusagen.

Zu den Gründen dafür zählen, dass die geplante Zusammenkunft von Menschen aus ganz Österreich doch ein maßgebliches Infektionsrisiko darstellt, auch wenn weit unter 100 Teilnehmer*inner kommen, die nicht mal zu vulnerablen/gefährdeten Gruppen zählen. Zum zweiten sind viele Sorgen an uns herangetragen worden, von Interessierten, angemeldeten Teilnehmer*innen, Referent*innen. Und wenn sich so viele mit dem was wir angekündigt haben, unwohl fühlen, können wir das Programm nicht wie geplant durchführen. Wir wollen nicht, dass die Workshopräume am Ende leer bleiben, Teammitglieder ausfallen oder Referent*innen aus Sorge um ihre Gesundheit lieber zu Hause bleiben. Wir wollen euch aber zur Auseinandersetzung mit Corona und Maßnahmen der Regierungen anregen und auch dazu, gemeinsam kritisch zu diskutieren, was kollektive Handlungsmöglichkeiten sein könnten und wo wir uns nicht einer Panikmache aussetzen sollten. Dazu empfehlen wir Texte wie https://justpaste.it/ruhevordemsturm und eine neue Plattform zum Thema https://coview.info.

Aber fällt TP#2 dann einfach aus? NEIN! Wir bastel eifrig an alternativen Formaten und halten euch am Laufenden, sobald wir eine Lösung gefunden haben. In jedem Fall gilt weiterhin das Angebot: Wer Workshops für die eigene Gruppe buchen möchte, findet hier die Angebote: https://tippingpointslife.wordpress.com/ressourcen!